Nun habe ich viele Monate gezögert zu schreiben, was ich alles schon unternommen habe um aus diesem unfreiwilligen unnötigen Rosenkrieg herauszukommen um meinen Kindern eine gesunde Gegenwart zu ermöglichen.

Deshalb habe ich gemalt, gewebt, gedichtet um Sprache für das zu finden, für das es eigentlich keine Worte gibt.

Heute ist Mittwoch, der 07.09.2022 aktuelle Zeiterfassung 06:21 Temperatur 14°C bewölkt

Die Ehe war sehr durchwachsen, ich arbeitete als Finanzbuchhalterin, bezahlte die Miete und alle variablen und fixen Kosten. Mit jeder Schwangerschaft wuchs auch unsere Gegenseitige Verantwortung und ich bat ihn darum ebenfalls finanzielle Verantwortung zu übernehmen.

 

Doch um so mehr ich ihn in alle Verantwortungsbereiche integrierte, desto größer wurden die Differenzen zwischen uns und das betrübte mich.

Nach der ersten Geburt meines Sohnes, nach einem Jahr Elternzeit wollte ich wieder arbeiten gehen um meine kleine 3 köpfige Familie finanzieren zu können, doch dann kam ein weiteres Jahr Mutterschutz und Elternzeit hinzu und meine Tochter wurde geboren.

Mit 8 Monaten fingen wir an meine Tochter in der Kita einzugewöhnen, damit ich für meine nun 4köpfige Familie arbeiten gehen kann.

Sein Studium, dass er 2007 in Hamburg begonnen hatte, dauerte nun schon 5 Jahre und ich bat ihn für seine Semestergebühren allmählich selber aufzukommen.

In den 40h die ich arbeiten ging, vermisste ich es nicht mehr Zeit für meine Mutterschaft haben zu können und meist waren die Kinder von der Kita müde.

Mir tat es zunehmend in der Seele weh Hauptverdiener sein zu müssen und so wenig Zeit mit meinen Kindern verbringen zu können. 

Jeden Feierabend und jedes Wochenende verbrachte ich jede freie Minute mit meinen Kindern, ich brachte sie abends ins Bett um wenigstens noch etwas mit Ihnen lachen und kuscheln zu können.

Doch der Umstand, dass er mit seinem Studium nicht fertig wird und morgens nicht aus dem Bett kommt und am Wochenende bis Mittags schläft und nach jeder Tätigkeit erstmal ne Runde zocken geht, das belastete mich sehr. 

Ich realisierte zunehmend dass die Verantwortung für meine 4köpfige Familie auf meinen Schultern lastet, das raubte mir immer öfter den Schlaf.

Zudem hieß es aus vielen Richtungen ich sollte Rücksicht auf ihn nehmen, doch was wer nahm Rücksicht auf mich? Wen interessierte meine Grundbedürfnisse als Mutter, meine Grundbedürfnisse als Ehefrau, meine Grundbedürfnisse als Mensch?

Also suchte ich sehr oft das Gespräch mit meinem Ehemann, feilte an meiner Wortwahl, optimierte meine Anliegen und Reaktionen, optimierte meine wirtschaftlichen Tabellen und suchte immer wieder nach geeigneten Worten um zu ihm durchzudringen.

 

War es falsch ihn als Vater der gemeinsamen Kindern auch in die gemeinsame Verantwortung zu nehmen?

War es falsch von ihm zu erwarten, dass er für seine Semestergebühren einige Stunden arbeiten geht?

War es falsch von ihm zu erwarten, dass er die Kosten für seine Krankenversicherung als Student selbst erwirtschaftet und zur Haushaltskasse seinen Beitrag leistet?

Am Anfang der Ehe hatte ich ihm monatlich knapp 300€ Haushaltsgeld gezahlt gehabt, damit die Einkäufe von ihm erledigt werden können, während nur nach Lust und Laune zum Studium ging und auf meine Kosten wohnte und lebte.

Manchmal wünschte ich, dass uns die Gemeinde in Hamburg nicht zur Hochzeit gedrängt hätte als wir schon einige Monate zusammen waren und er sein Zimmer im Studentenwohnheim nicht mehr bezahlen konnte und ich ihm anbot in meiner 2RaumWohnung in Harburg unterzukommen.

Doch die Gemeinde meinte um zusammenziehen zu können, müssten wir verheiratet sein, also machte er mir einen Antrag und ich dachte mit 24 alt genug für die Ehe zu sein.

 

Ich hätte auf den Rat meiner Freundin Jasmin hören sollen, doch damals verstand ich noch nicht was sie meinte. Während der Ehe erkannte ich zunehmend wovor sie mich gewarnt hatte.